Bausteine der Futterration

Energie
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Die kraftspendenden Bestandteile des Futters sind für die Körperfunktionen des Pferds notwendig. Sowohl der Bewegungsapparat als auch die inneren Prozesse im Körper verlangen Energie als „Kraftstoff“.

Die Möglichkeit des Pferdehalters, die Futterration an den Bedarf des Pferdes anzupassen, ist für die Leistung und das Wohlbefinden des Pferdes von entscheidender Bedeutung. Hier wollen wir einige wichtige Aspekte, die den Energiebedarf des Pferdes betreffen, aufgreifen.

Energiequellen
Energie aus Ballaststoffen: Die wichtigste Energiequelle des Pferds ist Halmfutter (Gras, Heu, Gärheu, Stroh u.dgl.). Die Energie in diesen Futtermitteln wird im Dickdarm des Pferds durch Zellulosegärung mit Hilfe von Mikroorganismen gewonnen. Kohlehydrate: Stärke und Zucker – sind natürlich vorkommend z. B. in Heu und auch in zugesetzter Form – wie z. B. Melasse und Getreide, enthalten. Fett: Ist z. B. in Hafer enthalten und wird in Form von pflanzlichen Ölen auch in zugesetzter Form verabreicht.

Gesteigerter Bedarf
Zeiten verstärkten Trainings bedeuten immer einen gesteigerten Energiebedarf. Die meisten Pferdehalter sind sich dessen bewusst und lernen, die Steigerung auf den individuellen Bedarf des Pferds abzustimmen. Es gibt andere Situationen, in denen der gesteigerte Energiebedarf mindestens ebenso groß sein kann – wobei er oft übersehen wird. Ein Aufenthalt in strenger Kälte bedeutet immer einen starken Anstieg des Energiebedarfs, der häufig unterschätzt wird. Viele Pferdehalter übersehen auch, dass die Kombination von Wind und Regen eine stark abkühlende Wirkung hat – die also mit einer gesteigerten Aufnahme von Energie kompensiert werden muss. Tut man das nicht, so wird das Pferd sein Körperfett abbauen, um Wärme zu produzieren, was bedeutet, dass es die wärmeisolierenden Fettschichten verliert und bei anhaltender Kälte in einen wirklich bösen Teufelskreis gerät. Trächtigkeit, Wachstum und Laktation sind weitere energieaufwändige Prozesse. Der Energiebedarf in der abschließenden Phase der Trächtigkeit und der stark steigende Bedarf bei Laktation werden häufig unterschätzt. Die Produktion von Milch bedeutet z. B. einen stark gestiegenen Energiebedarf bei der Stute. In den drei ersten Monaten nach dem Abfohlen ist der Bedarf besonders groß. Man rechnet damit, dass sich der Energiebedarf dann im Vergleich zum Bedarf in den ersten Monaten der Trächtigkeit verdoppelt.

Verschiedene Begriffe zu Energie
Die von uns in Schweden verwendete Maßeinheit, um Energie zu messen, ist MJ (Megajoule). Wir kommen auf die Art, wie Energie in verschiedenen Ländern angegeben wird, später zurück. Lassen Sie uns zuerst verschiedene Arten, Energie zu definieren, genauer betrachten. Bruttoenergie – die Wärmemenge, die entwickelt wird, wenn das Futter vollständig verbrannt wird. Verdauliche Energie – (DE) Bruttoenergie minus den Energiegehalt im Kot. Umsetzbare Energie – (ME) verdauliche Energie minus die Energie im Urin und Darmgasen. Nettoenergie – (NE) umsetzbare Energie, minus die Energie, die das Fressen und die Verdauung erfordern. In Schweden wird der Energiegehalt in Futter in MJ umsetzbare Energie (ME) angegeben. Z.B. in Dänemark und Norwegen, wird der Bedarf und Futtergehalt in NE und in der Einheit FU (Food unit) angegeben und in Frankreich gibt man auch den Inhalt in Nettoenergie an. In Deutschland, England und den USA verwendet man den Begriff verdauliche Energie. In den USA verwendet man Mcal (Megakalorien) als Energiemaß – was auch in bestimmten anderen Ländern verwendet wird. Außerdem wird der Energiegehalt des Futters manchmal als Energie pro Kilo Futter deklariert, manchmal pro Kilo Trockensubstanz des Futtermittels. Aus dem oben Aufgeführten geht hervor, dass Pferdehalter, die importiertes Futter verwenden, Grund haben, darauf zu achten, wie der Energiegehalt deklariert ist. Protein wird meistens nicht in verdaulichem sondern nur als Rohprotein in % angegeben.

Protein
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Protein bildet das Grundmaterial in jeglichem Körpergewebe. Chemisch ist es auf verschiedene Art zusammengesetzt – d.h. durch Kombinationen der Stoffe, die Aminosäuren genannt werden. Bestimmte Aminosäuren sind für die Körperfunktionen so wichtig, dass sie jeden Tag zugeführt werden müssen. Diese nennt man für gewöhnlich essentielle (lebensnotwendige) Aminosäuren. Lysin und Metionin gehören zu dieser Gruppe. Der Bedarf an Protein ist am größten, wenn das Pferd wächst, ein wachsendes Fohlen trägt oder laktiert. Um das Körpergewebe bei einem erwachsenen Pferd „beizubehalten und zu reparieren“ ist eine wesentlich geringere Menge an Protein erforderlich. Ältere Pferde haben hingegen oft ein verringertes Vermögen, Protein aufzunehmen und zu nutzen und sie benötigen häufig eine zusätzliche Zufuhr.

Der Anteil an Protein bei der Kraftfutterration muss sorgfältig gegen den Proteingehalt des Raufutters abgewogen werden. Früh geerntetes Raufutter hat oft einen relativ hohen Proteingehalt. Ein trockener Frühling bedeutet eine in Relation zum Entwicklungsstadium des Grases frühe Ernte, was Anlass gibt, sehr hohe Proteinwerte im geernteten Raufutter zu erwarten. Es gibt somit Grund sein Raufutter zu analysieren und den Proteingehalt der Kraftfutterration sorgfältig auszutarieren. Raufutter mit extrem hohen Proteinwerten eignet sich nicht für Pferde, weil es oft ballaststoffarm ist sowie dem Pferd eine zu hohe Nährstoffmenge zuführt.

Proteinüberschuss führt häufig zu Magenproblemen und kann den Allgemeinzustand des Pferds und seine Leistungsfähigkeit beträchtlich verschlechtern. In schweren Fällen – z. B. bei Überfütterung mit großen Mengen leicht löslichem Protein können durch das Wachstum eines speziellen Bakteriums (clostridium perfringens) starker Durchfall und lebensbedrohliche Störungen der Dickdarmfunktion entstehen.

Was versteht man unter Proteinqualität?
In diesem Zusammenhang möchten wir auch betonen, wie wichtig die Proteinqualität ist. Die Futterration sollte Protein mit einer speziell für Pferde geeigneten Aminosäurenzusammensetzung enthalten. Protein, das nicht genutzt werden kann, wird vom Körper ausgeschieden, was eine energieaufwändige Belastung des Organismus bedeutet. Ziemlich viele Pferde verlieren täglich Protein für ihren Muskelaufbau, weil ein Teil des ihnen zugeführten Proteins von einer Art ist, die nicht verwertet werden kann.

Verschiedene Futtermittel enthalten Protein von unterschiedlicher Qualität. Das in normalem Hafer enthaltene Protein ist von mittlerer Qualität – während z. B. Mais aufgrund seiner Zusammensetzung an Aminosäuren eine relativ schlechte Proteinquelle für Pferde ist.

KRAFFTs Produkte enthalten durchweg Protein von hoher Qualität – d. h. mit einem hohen Verwertungsgrad für Pferde.

Proteinmangel
Bei Pferden, die nicht trächtig sind oder laktieren ist das häufigste Anzeichen von Proteinmangel, dass das Pferd an Muskulatur verliert oder es ihm schwer fällt, Muskeln aufzubauen. In vielen Fällen beruht der schlechte Muskelaufbau darin, dass dem Pferd in seiner Futterration zu wenig oder die falsche Sorte an Protein zugeführt wird. In bestimmten Fällen kann eine zu geringe Energiezufuhr der Grund sein. Das Pferd „klaut“ dann Protein, um es als Energiequelle zu verwenden. Die Folge ist, dass zu wenig Protein da ist, um daraus Muskeln aufzubauen. Ein schlechter Muskelaufbau sollte immer bewirken, dass man die Futterration gründlich überprüft. Es ist dann sehr wichtig, die Kontrolle über den Nährwert des Raufutters zu haben – und der einzige Weg dahin ist eine Analyse.

Fett
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Fett kommt meistens als Triglyceride vor, bei denen drei Fettsäuren mit Glycerol verknüpft sind. Sie werden zu freien Fettsäuren und Glycerol verdaut, das hauptsächlich im Dünndarm aufgenommen wird. Genauso wie Stärke können größere Mengen an Fett, die im Dünndarm nicht rechtzeitig aufgenommen werden können, weiter in den Dickdarm gelangen und Fehlgärung verursachen.

Fett, das über das Futter zugeführt wird, wird von einem Enzym in der Bauchspeicheldrüse gebildet, Lipase. Damit der Prozess funktioniert, sind Emulgatoren erforderlich, die aus der Galle kommen. Das Pferd hat keine Gallenblase, sondern Galle wird die ganze Zeit zugeführt. Dadurch hat das Pferd nicht die Möglichkeit, große Mengen an Fett in kurzer Zeit zu verdauen. Die Gewöhnung an Fett in der Futterration sollte deshalb langsam erfolgen und die empfohlene Maximalration beträgt 70-100 g Fett/100 kg Körpergewicht und Futterration, was max. 0,5 kg pro Fütterung für ein Pferd mit 500 kg entspricht.

Das Pferd verwendet Fett als Energiequelle und ein Überschuss kann zu Fettleibigkeit führen. Fett enthält mehr als doppelt so viel Energie wie Kohlehydrate. Für schwer arbeitende Pferde, die viel Energie benötigen, ist es gut, Fett zuzuführen, weil die Verdauung von Fett in der Futterverdauung in einem anderen System erfolgt als bei Kohlehydraten. Fett wird auch genutzt, um zu einem glänzenden Fell beizutragen und das Gewicht von Pferden, die an Gewicht zunehmen müssen, zu halten oder zu erhöhen.

Die Fettsäuren Linolsäure (Omega 6), Linolensäure (Omega 3) und Arachidonsäure gelten als essentiell, d.h. lebensnotwendig. Der Bedarf des Pferdes an Fett ist nicht bekannt und sein Bedarf an den verschiedenen Fettsäuren ebenfalls nicht. Die Empfehlung, die es gibt, ist mindestens 0,5% Linolsäure in der Trockensubstanz. Bei den meisten Pferden wird der Bedarf entsprechend der Empfehlung über das Raufutter gedeckt.

Zusätzliches Fett führt man am einfachsten über pflanzliche Öle zu. Die Öle haben eine unterschiedliche Zusammensetzung an Fettsäuren, doch der Energiegehalt ist im Großen und Ganzen gleich. Man kann das Pferd mit den meisten pflanzlichen Ölen füttern, so lange sie Lebensmittelqualität haben. Wenn man zusätzliches Fett bzw. Öl füttert, steigt der Bedarf an Vitamin E.

Ballaststoffe
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Ballaststoffe sind unverdauliche Kohlehydrate und werden auch Pflanzenfasern genannt. Unter den Begriff fallen Cellulose, Hemicellulose und Lignin. Lignin kann vom Pferd nicht abgebaut werden, doch die anderen Stoffe werden mit Hilfe von Mikroorganismen im Dickdarm abgebaut.

Die Gärung durch Darmbakterien im Dickdarm ist für Pferde von sehr großer Bedeutung, weil 75% der Energieversorgung in einer raufutterbasierten Futterration aus der Vergärung von Ballaststoffen zu kurzkettigen Fettsäuren entsteht. Der Anteil sinkt etwas, wenn das Pferd mehr Kraftfutter bekommt. Dieses System ist sehr empfindlich und kann bei schneller Futterumstellung gestört werden. Die Mikroorganismen benötigen eine gleichmäßige und kontinuierliche Zufuhr von Ballaststoffen, um optimal zu funktionieren. Die Vergärung von Ballaststoffen dauert länger, als z. B. von Stärke, was dazu beiträgt, den Darmtrakt zu füllen, was für das Pferd als Raufutterverwerter natürlich ist. Das Volumen in den Därmen ist auch für den Flüssigkeitshaushalt wichtig. Zu wenig Ballaststoffe können sich negativ auf die Futterverdauung auswirken, aber auch auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Pferdes generell.

Der Bedarf des Pferds an Ballaststoffen ist nicht festgelegt. Es gibt jedoch Empfehlungen für Raufutter, die bei mindestens 1 kg Trockensubstanz / 100 kg Körpergewicht und Tag, lieber jedoch 1,5-2 kg liegen. Es ist wichtig, den Trockensubstanz-Gehalt des Raufutters zu kennen, weil er abhängig von der Ernteart stark schwanken kann.

Ballaststoffe werden größtenteils über das Raufutter zugeführt, aber es gibt auch andere Rohstoffe, die ziemlich große Mengen an Ballaststoffen enthalten, wie z. B. Haferkleie, Weizenkleie, Zuckerrübenfasern und Luzerne, demgegenüber hat Getreide einen niedrigen Gehalt an Ballaststoffen.

Zucker
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Abbau von Zucker
Zucker ist ein nicht-strukturelles Kohlehydrat, die einfachen Zuckerarten werden Monosaccharide genannt, sie können z. B. zu Disacchariden zusammengeschlossen werden. Für die Bezeichnung als Zucker muss die Verbindung mindestens 10 Monosaccharide enthalten. In der Natur kommt Zucker in Form von Glucose und Fructose vor. Der in Raufutter enthaltene Zucker ist hauptsächlich Glucose. Beim Pferd werden die verschiedenen Saccharide mit Hilfe von Enzymen zu Monosacchariden verdaut, die im Dünndarm aufgenommen werden. Fructose wird in der Leber in Glucose umgewandelt. Zucker ist sehr leicht verdaulich und erhöht schnell den Blutzuckerspiegel.

Zucker im Futter
Zucker ist in vielen verschiedenen Rohstoffen enthalten. Raufutter enthält eine unterschiedliche Menge, je nach Zusammensetzung, Erntezeitpunkt und Lagerungsweise. Die meisten Labors analysieren Zucker im Rahmen der Raufutteranalyse. Ein durchschnittliches Heu hat ca. 10% Zucker in der Trockensubstanz, während Silage einen niedrigeren Gehalt hat, weil ein Teil des Zuckers beim Silierungsverfahren verbraucht wird. Rohstoffe mit einem hohen Anteil an Zucker sind z. B. Melasse und melassierte Zuckerrübenfasern. Melasse enthält ca. 60% Zucker in der Trockensubstanz. Getreide und Luzerne haben einen niedrigeren Gehalt, es sind nur ein paar Prozent. Industrieell hergestelltes Futter hat ca. 3-5% Zucker, abhängig vom Anwendungsgebiet.

Zucker als Energiequelle
Zucker ist wie Stärke eine Energiequelle und trägt auch zu gutem Geschmack bei. Das Pferd ist darauf ausgelegt, Zucker zu fressen, und hat kein Problem damit, kontrollierte Mengen von Zucker zu sich zu nehmen. Wie oben beschrieben enthält seine natürliche Nahrung, Gras, rund 10% Zucker.

Zu viel Zucker
Es gibt viele Krankheiten, die mit der Zufuhr von Zucker verknüpft werden, und es wird viel darüber geforscht, wie die Zufuhr von Zucker sich auf die Gesundheit des Pferdes und sein Wohlbefinden auswirkt. Wenn man die Zufuhr von Zucker verringern will, sollte man anstatt Heu eine Silage wählen, bei der das Silierungsverfahren einen großen Teil des Zuckers verbraucht hat.

Stärke
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Abbau von Stärke
Stärke ist ein nicht-strukturelles Kohlehydrat (Polysaccharid), das aus Glukosemolekylen aufgebaut ist. Es gibt zwei Arten, Amylose, die unverzweigt ist, und Amylopektin, das verzweigt ist. Der Abbau von Stärke erfolgt durch das Enzym Amylase. Beim Pferd wird abgebaute Stärke (Glucose) als Glykogen in der Leber und in den Muskeln gespeichert. Amylase kommt in geringen Konzentrationen in der Bauchspeicheldrüse im Dünndarm vor, um die Stärke abzubauen. Deshalb kann das Pferd keine großen Mengen an Stärke auf einmal abbauen, die Menge an Amylase genügt für ca. 150 g Stärke / 100 kg Körpergewicht und Futterration. Die Gesamtration an Stärke sollte nicht höher sein als 500 g/100 kg Körpergewicht und Tag (verteilt auf mehrere Rationen). Unverdaute Stärke wird in den Dickdarm weitergeleitet und kann bei der weiteren Futterverdauung Probleme mit Fehlgärung verursachen. Bei enzymatischem Abbau von Stärke im Dünndarm wird die Energieausbeute für das Pferd außerdem größer, als wenn die Stärke im Dickdarm von Mikroorganismen vergärt wird.

Stärke in Futter
Stärke ist z. B. in Getreide enthalten. Weil die Struktur der Stärke in verschiedenen Getreidesorten unterschiedlich ist, ist ihre Verdaulichkeit verschieden. Anhand einer Aufbereitung des Kerns durch z. B. Dampfgaren kann man die Verdaulichkeit der Stärke beeinflussen. Hafer enthält leicht verdauliche Stärke, während die Stärke insbesondere in Gerste und Mais eine geringere Verdaulichkeit hat und somit möglichst aufbereitet werden sollte. Das erklärt zum Teil, weshalb manche Pferde heiß wirken, wenn sie Hafer bekommen, die Stärke ist leicht verdaulich, sie wird im Dünndarm schnell aufgenommen und erhöht den Blutzuckerspiegel. Im Raufutter ist der Anteil an Stärke gering, ebenso in Rohstoffen wie z. B. Zuckerrübenfasern und Luzernen. Generell enthält Müslifutter mehr Stärke als pelletiertes Futter, weil die Verwendung ballaststoffreicher Rohstoffe in Pellets einfacher ist. Ballaststoffreiche Rohstoffe werden in Müsli als mehlig empfunden und müssen pelletiert werden, falls sie in Müsli verwendet werden sollen. Es kann deshalb zwischen verschiedenen Futtersorten einen großen Unterschied geben, und es ist wichtig, sich über den Inhalt zu erkundigen.

Stärke als Energiequelle
Das Pferd nutzt vor allem Stärke als Energiequelle, weil sie leicht verdaulich ist und für explosive Muskelarbeit genutzt werden kann. Für eine optimale Funktion benötigt das Pferd auch Energie aus anderen Nährstoffen, mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt über Fett und Ballaststoffe.

Zu viel Stärke
Ein Überschuss an Stärke, der nicht rechtzeitig im Dünndarm aufgenommen werden kann, wird in den Dickdarm weitergeleitet, wo er Probleme mit Fehlgärung verursachen kann. Das kann sich auf verschiedene Arten äußern, z. B. durch Durchfall. Nehmen Sie es deshalb genau damit, die bestehenden Empfehlungen zur Höchstgrenze der Dosierung zu beachten, und sehen Sie sich den Kot des Pferdes und den Allgemeinzustand an, falls die Gefahr besteht, dass Sie hinsichtlich der Stärke in der Futterration im oberen Segment liegen.

Mineralstoffe und Spurenelemente
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Mineralstoffe sind eine Stoffgruppe, die für die Chemie des Körpers und für die Funktion verschiedener Organe von großer Bedeutung ist. Üblicherweise unterteilt man sie in Makromineralien bzw. Mikromineralien. Die letztgenannte Gruppe wird oft Spurenelemente genannt. Zur Gruppe Makromineralien gehören Kalcium, Phosphor, Magnesium sowie Natrium, Kalium und Schwefel. Zu den Spurenelementen werden Eisen, Kupfer, Jod, Kobalt, Mangan, Selen, Zink und Molybdän gezählt.

Wie man sieht handelt es sich um eine große Gruppe von Stoffen. Zu einem gewissen Grad regelt das Pferd die Aufnahme selbst, ein Regelungsmechanismus, der über Hormone gesteuert wird. Außerdem gibt es ein Zusammenspiel zwischen verschiedenen Mineralstoffen, ein Über- oder Unterschuss bei einem Stoff kann somit die Fähigkeit zur Aufnahme eines anderen beeinflussen. Die Tatsache, dass das Pferd die Aufnahme von Mineralstoffen zu einem gewissen Teil selbst reguliert, bedeutet bei weitem nicht, dass man sich als Pferdehalter nicht mehr um das Mineralstoffgleichgewicht in der Futterration zu kümmern braucht. Es besteht noch immer die Gefahr eines Mangels, trotz der Regulierung durch das Pferd selbst. Zu viel von einem Mineralstoff zu bekommen, kann eine Störung eines anderen bedeuten, und daher ist es wichtig, das richtige Gleichgewicht zu erlangen.

Die Quote an Kalcium und Phosphor wird in Zusammenhang mit der Fütterung häufig diskutiert. Beide stehen in einem empfindlichen Gleichgewichtsverhältnis zueinander. Das Problem ist, dass die Fähigkeit von Pferden zur Aufnahme von Phosphor von Individuum zu Individuum beträchtlich variieren kann, und zudem von einem Zeitpunkt zum anderen. Die Bakterienflora des Dickdarms ist auch für die Aufnahme von Phosphor von entscheidender Bedeutung. Diese erfolgt nämlich zum überwiegenden Teil über die Einwirkung von Bakterien. Damit die ausgewogene Quote an Kalcium und Phosphor, die über das Futter zugeführt wird, auf richtige Weise aufgenommen wird, ist es erforderlich, dass der Dickdarm so funktioniert wie er soll.

Vitamine
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Vitamine sind eine Gruppe von Stoffen, die Bestandteil einer Reihe lebensnotwendiger Prozesse im Körper des Pferdes sind. Sie wirken unter anderem mit einer Stoffgruppe zusammen, die Enzyme genannt wird. Den Großteil von Vitaminen kann das Pferd nicht selbst produzieren, diese müssen somit über die Futterration zugeführt werden. Nachfolgend sehen Sie eine kurze Information über einige häufige Vitamine.

Vitamin A
Vitamin A hat eine wichtige Funktion, um Schleimhäute zu schützen und aufzubauen. Es beeinflusst außerdem die Fruchtbarkeit, den Stoffwechsel, die Immunabwehr sowie das Nachtsehen.

Vitamin D
Vitamin D wirkt sich auf die Umsetzung von Kalcium im Knochengerüst aus und hat deshalb eine wichtige Funktion beim Aufbau des Knochengerüsts. Unter Einfluss von Sonnenlicht kann das Pferd selbst Vitamin D produzieren.

Vitamin E
Vitamin E wirkt dem Abbau von Körperzellen unter Einwirkung so genannter freier Radikale entgegen. Dies sind Stoffe, die während der Muskelarbeit gebildet werden. Während dieses Prozesses wirkt das Vitamin mit Selen zusammen. Vitamin E hat auch eine Funktion bei der Immunabwehr des Pferdes.

Vitamin C
Vitamin C wird Pferden selten als Ergänzung verabreicht. Bestimmte Studien zeigen, dass Vitamin C eine gewisse Funktion für die Fruchtbarkeit bei Hengst und Stute haben können.

Vitamin B
Der Vitamin-B-Komplex enthält Vitamine, die sich auf die Umwandlung von Energie, die Produktion roter Blutkörperchen, die Produktion wichtiger Aminosäuren sowie die Funktionen des Nervensystems auswirken. Der Großteil der Vitamine aus dem B-Komplex wird von den Mikroorganismen im Dickdarm des Pferdes hergestellt. Störungen der Mikroflora des Dickdarms, z. B. in Folge von Stress und/oder Stärkeüberschuss, können somit eine Ursache für den Mangel an Vitamin B sein.

Biotin
Biotin ist an mehreren Prozessen beteiligt, z. B. bei der Umsetzung von Kohlehydraten, Fett und Protein. Es hat weiter eine Funktion bei der Pflege der Außenschicht der Haut und Schleimhäute. Bestimmte Studien zeigen auch einen wahrscheinlichen Zusammenhang zwischen Biotin und der Qualität des Horns im Huf. Biotin wird von den Mikroorganismen des Dickdarms produziert.

Wasser
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Wasser sollte stets als ein Futtermittel betrachtet werden, und die Ansprüche, die man an Trinkwasser für Pferde stellt, sollten dieselben sein wie für den Menschen. Genauso wie der Mensch besteht das Pferd zum überwiegenden Teil aus Wasser. Das erfordert Bedacht seitens des Pferdehalters und ein Flüssigkeitsverlust muss immer schnell ersetzt werden!

Denken Sie an die Qualität des Wassers, Verunreinigungen im Wasser von Pferden verursachen ganzjährich große Schäden in Form eines geminderten Leistungsvermögens. Es können Bakterien, Schimmel oder andere Mikroorganismen sein, die die Qualität des Wassers verschlechtern. Oft führt schlechtes Trinkwasser zu keinen speziellen äußeren Symptomen, doch die Immunabwehr der Pferde wird beansprucht, um die genannten Organismen zu bekämpfen. Reinigen Sie Tröge und Eimer jeden Tag sorgfältig.

Überprüfen Sie die Tränken! Automatische Tränken sind nicht selten der Grund für einen Flüssigkeitsmangel bei Pferden. Eine automatische Tränke sollte mindestens 8 Liter Wasser pro Minute liefern. Ansonsten werden die Pferde es müde, den Ventilarm herunterzudrücken. Testen Sie dies, indem Sie die Tränke füllen, einen Eimer darunterstellen und dann 1 Minute lang Wasser herausdrücken. Beachten Sie, dass die Tränke gefüllt sein muss, bevor Sie mit der Zeitmessung beginnen. Danach messen Sie, wieviel Wasser in Ihren Eimer gelangt ist, es sollten dann mindestens 8 Liter sein.

Wie viel sollte ein Pferd trinken? Unten sehen Sie, wie Sie einfach ausrechnen können, wieviel genau Ihr Pferd pro Tag trinken sollte. Die Zahlen sind den Fütterungsempfehlungen für Pferde von 2013 der schwedischen Agraruniversität entnommen. Erhaltungsbedarf – 5 Liter pro 100 kg Pferd, leichte bis mittelschwere Arbeit – 7 Liter pro 100 kg Pferd, harte Arbeit – 10-15 Liter pro 100 kg Pferd, laktierende Stuten – 8-10 Liter pro 100 kg Pferd.

Jedes Pferd ist natürlich ein anderes Individuum und genauso wie bei uns Menschen trinken manche besser als andere. Wenn Ihr Pferd etwas weniger trinkt, als was es am Tag soll, sich aber weiterhin normal verhält, brauchen Sie sich nicht zu beunruhigen.

Salz & Elektrolyte
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Vorausgesetzt, dass das Pferd freien Zugang zu Wasser hat, wird Salz auf eine relativ ausreichende Art zugeführt, indem das Pferd freien Zugang zu einem Salzleckstein hat. Salz für Pferde sollte auf reinem Salz basieren, z. B. Vacuumsalz, welches die reinste Form von Salz ist. Bei kräftigem Schwitzen verliert das Pferd große Mengen an Salz und es ist sehr wichtig, dass dieser Verlust vor einer Leistung schnell ersetzt wird, weil Salz eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Durstes hat. Der Salzleckstein ist dann oft unzureichend.

Alle Pferde benötigen eine Ergänzung mit Salz, der Bedarf schwankt jedoch stark von Pferd zu Pferd sowie zwischen den Jahreszeiten. Die Abweichung zwischen einzelnen Tieren liegt unter anderem daran, wie viel das einzelne Tier schwitzt. Freier Zugang zu Salz beinhaltet keine Gefahr eines Überschusses, weil das Pferd über die Nieren die Menge aussondert, die nicht benötigt wird. Man rechnet normalerweise mit einem Normalbedarf zwischen 10-30 g Salz pro Tag.

Fohlen können vom Lecken an einem Salzleckstein leicht Durchfall bekommen und solange das Fohlen säugt, nimmt es automatisch die Menge auf, die benötigt wird. Während dieser Zeit wird empfohlen, dass der Salzleckstein höher angebracht wird, so dass die Stute ihn erreicht, nicht aber das Fohlen. Wenn das Fohlen dann für seine eigene Futterration bereit ist und nicht mehr von der Stute säugt, kann ein Salzleckstein angebracht werden.

Folglich verliert ein Pferd beim Schwitzen nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Elektrolyte und pures Salz. Elektrolyte sind eine zusammenfassende Bezeichnung für Stoffe, die die Regulierung des Flüssigkeitsgleichgewichts des Körpers beeinflussen. Neben Salz (auch Natrium genannt), gehört auch Kalium zu dieser Gruppe. Ein gesundes Pferd kann die Elektrolyte, die es braucht, selbst speichern, aber wenn ein Pferd viel schwitzt oder harter Arbeit ausgesetzt wird, kann es manchmal Hilfe dabei benötigen, die verlorengegangenen Elektrolyte wiederzuerlangen. Die Elektrolyte helfen dem Pferd, sich nach wiederholten Anstrengungen schneller zu erholen und werden normalerweise für Pferde in harter Arbeit verwendet, wenn das Salz nicht ausreicht. Ebenso kann ein Pferd mit wässrigem Kot Elektrolyte benötigen.